Wochenbett – Die ersten 14 Tage zu Hause mit dem Neugeborenen

Mutter-Baby-Wochenbett-Liebe

Als Wochenbett wird die Zeit nach der Entbindung bis zur Rückbildung der durch die Schwangerschaft ausgelösten Veränderungen des Körpers bezeichnet. Die genauen Angaben zur Länge des Wochenbetts unterscheiden sich, da natürlich jede Frau, der Heilungsprozess und die Situation anders ist. Normalerweise wird eine Dauer zwischen 40 Tagen bis zu 8 Wochen genannt.

Der Begriff „Wochenbett“ selbst drückt schon aus, wie du die Zeit nach der Geburt deines Kindes am besten angehst. Du solltest viel Zeit im Bett verbringen. Denn du hast eine unglaubliche körperliche Anstrengung hinter dir. Ihr packt euer neues Familienmitglied also gut in seine Babyschale ein und fahrt mit ihm erst einmal nach Hause. Viele tolle Babyschalen findest du beispielsweise hier. Auch für die sichere Fahrt mit Kind haben wir in unserem Blogbeitrag Isofix richtig befestigen einige gute Tipps.

Wenn du dann wieder in die eigenen vier Wände zurückgekehrt bist, ist die physische Herausforderung noch nicht abgeschlossen. Neben all deinen körperlichen Veränderungen braucht natürlich auch dein Neugeborenes jetzt viel Aufmerksamkeit. Füttern, Wickeln, Liebhaben – all das ist essentiell und muss rund um die Uhr geleistet werden. An eine dringend benötigte, erholsame Nacht mit viel Schlaf ist hier also leider nicht zu denken.

Wochenbett für die Mutter

  • Milch: Direkt nach der Geburt produzierst du das sog. „Kolostrum“ oder die „Vormilch“. Etwa zwei bis fünf Tage nach der Entbindung folgt dann der eigentliche Milcheinschuss. Das Kolostrum wird dabei durch Übergangsmilch abgelöst. Durch deine sich verändernden Hormone hat diese eine andere Zusammensetzung. Sie ist genau auf die Bedürfnisse des Neugeborenen zugeschnitten. Es dauert allerdings noch etwa zwei Wochen bis die Milch schlussendlich gereift ist. Ab dann wird von reifer Muttermilch gesprochen. Da alle drei Stufen der Milch auf das Baby abgestimmt sind, muss nur in Ausnahmefällen (wie bei bestimmten Krankheiten) zugefüttert werden.
  • Wochenfluss: Unter dem Wochenfluss werden Blutungen verstanden, die nach der Entbindung einsetzen und vier bis acht Wochen anhalten können. Sie gehen damit einher, dass die Plazenta bei ihrem Abgang eine Wundfläche in der Gebärmutter zurückgelassen hat, die jetzt ausheilen muss. Nach und nach ändert sich die Farbe und Menge des Wochenflusses bis er schließlich aufhört. Nach einem Kaiserschnitt und wenn das Kind gestillt wird, ist der Wochenfluss im Schnitt kürzer.
  • Inkontinenz: Der Druck der während der Schwangerschaft und Geburt auf dem Beckenboden lastet, sowie etwaige Verletzungen von Nerven und Ähnlichem während der Entbindung, können dazu führen, dass du nach der Entbindung eine Zeitlang mit Inkontinenz zu kämpfen hast. Sowohl der Harn- als auch der Stuhlinkontinenz kann jedoch mit Beckenbodentraining entgegengewirkt werden.
  • Hormone: Wie schon während der Schwangerschaft verändern sich auch während der Zeit des Wochenbettes deine Hormone. Der geringe Östrogenspiegel kann unter anderem zu Haarausfall beitragen. Genauso können der Hormonhaushalt und seine Veränderungen auch zu Stimmungsschwankungen führen, die umgangssprachlich „Baby Blues“ genannt werden. Wenn sich die Hormone wieder reguliert haben, sollten die Stimmungsschwankungen nach einigen Tagen wieder nachlassen. Ansonsten kann es sich um eine Wochenbett-Depression handeln, die ärztliche behandelt werden sollten.

Wochenbett für das Kind

  • Tests: Innerhalb der ersten Minute und dann nochmal fünf sowie zehn Minuten nach der Geburt wird der sogenannte AGPAR Test durchgeführt (Atmung, Puls, Grundtonus also Körperspannung, Aussehen, Reflexe). Zusätzlich dazu folgt ein Hörscreening, um das Hörvermögen deines Neugeborenen zu testen. Zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag sollte dann die U2 folgen, die Neugeborenen Basisuntersuchung. Dabei werden Organe, Knochen und Gelenke sowie die Reflexe getestet. Sollten das Hörscreening und ein Bluttest, der den Stoffwechsel checkt, noch nicht erfolgt sein, werden diese ebenso durchgeführt. Je nachdem, ob du mit deiner neuen Familien schon zu Hause bist oder nicht, wird die U2 direkt in der Entbindungsklinik oder in einer ärztlichen Praxis durchgeführt.
  • Nabelpflege: Direkt nach der Geburt wird die Nabelschnur abgeklemmt und dann abgeschnitten. Danach braucht der Nabelschnurrrest etwa eine Woche bis zehn Tage um abzuheilen, bis er schlussendlich abfällt. Er bedarf in dieser Zeit besonderer Aufmerksamkeit. Achte darauf, dass er trocken und sauber bleibt, aber auch ausreichend Luft abbekommen. Auch beim Wickeln sollte darauf geachtet werden. Nach dem Baden ist gleichsam ordentliches Abtrocknen wichtig.
  • Nahrung: In den ersten Tagen nach der Geburt scheidet dein Sprössling Mekonium aus. Dabei handelt es sich um klebrig, zähen, schwärzlich-grünen, geruchlosen Stuhl. Dieser hat sich während der Schwangerschaft angesammelt. Wenn das Mekonium komplett ausgeschieden ist, verändert sich der Stuhl deines Kleinen abhängig von der aufgenommenen Nahrung. Auch Blähungen sind in den ersten Monaten normal, da sich die Verdauung des Babys erst einspielen muss.

Wochenbett für die Familie

Die ersten Wochen nach der Geburt eines Neugeborenen zu Hause sind nicht zu unterschätzen. Die komplette Routine der Familie ist durcheinander und muss erst wieder gefunden werden. Wichtig ist vor allem in den ersten Tagen Ruhe, für dich sowie das Baby. Natürlich ist auch für den frischgebackenen Papa vieles erst einmal ungewohnt. Um eine Beziehung zum Nachwuchs aufzubauen kann er beispielsweise die nächtliche Fütterung übernehmen. Direkter Hautkontakt ist dabei besonders empfehlenswert. Gleichzeitig wirst du dadurch entlastet und kannst dich besser auf deine Genesung konzentrieren.

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